Die Geschichte der Cannabisprohibition

Die (nicht ganz so) neue Wunderpflanze

In den letzten zwanzig Jahren wurde Cannabis wieder immer beliebter und bekannter und erkämpfte sich seinen verdienten Platz als anerkannte medizinische Pflanze. Doch die Geschichte, wie Cannabis nach Jahrtausenden effektiver und legaler Nutzung komplett aus den westlichen Märkten und der westlichen Medizin verbannt wurde steckt voller Lügen und Täuschungen. Und warum? Wegen einigen wenigen einflussreichen Menschen.

Cannabis – Mehr als eine Droge

Es gibt sehr viele verschiedene Sorten Cannabis und nur wenige davon sind überhaupt als Droge zu gebrauchen. Die anderen Sorten enthalten so wenig Wirkstoff, man könnte sie konsumieren bis einem die Hütte brennt ohne auch nur irgendwie high zu werden. Die Wirkstoffe, die Cannabis als Droge auszeichnen stecken in erster Linie im Harz. Und damit ist nicht das Gebirge in Sachsen-Anhalt gemeint. Damit sind harzarme Sorten Cannabis gar nicht als Droge geeignet, aber warum sind sie dann trotzdem verboten?

Die „Cannabis-Verschwörung“

Jeder vernunftbegabte Mensch könnte sich nun fragen, warum dann so ein Hass in den Köpfen vieler Menschen gegenüber der Hanfpflanze verankert ist. Manch einer würde es als Verschwörung bezeichnen, denn einige Menschen hatten durchaus ein Interesse daran Cannabis vom Markt zu verdrängen. Die größten und am besten dokumentierten Namen in diesem Fall sind: Der Medienmogul William Randolph Hearst, der amerikanische Chemieriese DuPont und der erste Vorsitzende des FBN (Federal Bureau of Narcotics), dem Vorläufer der heutigen amerikanischen Drogenvollzugsbehörde DEA.

„Erfinder der Boulevard Presse

William Randolph Hearst gilt als Erfinder der amerikanischen Yellow Press (hierzulande besser bekannt als Boulevard-Presse). Bereits seine erste eigene Zeitung arbeitete bewusst mit besonders reißerischen Schlagzeilen, oder wie es heutzutage heißen würde: Click Bait.

Doch William Randolph Hearst war nicht nur Verleger. Neben mehreren verschiedenen Zeitungen und sogar einem Filmstudio, besaß er auch diverse Papierfabriken. Das bekannte Papier besteht, wie man weiß, hauptsächlich aus dem langsam nachwachsenden Rohstoff: Holz. Er sah die Gefahr, dass der schneller wachsende und billigere Rohstoff Hanf seinen Fabriken das Geschäft wegnimmt.

Der breiten Öffentlichkeit war damals nicht klar wie der Rohstoff Hanf und die Droge Marijuana miteinander zusammenhängen. Für den großen Medienmogul war die einfachste Möglichkeit den unliebsamen Rohstoff loszuwerden eine Diskreditierung der gesamten Pflanzengattung Hanf. Das die einzige Berichterstattung damals Zeitungen und Bücher waren machte es dem Medienmogul nur noch einfacher.

1936 startete William Randolph Hearst mit allen seiner Zeitungen eine Kampagne, in der Marijuana als Droge der „Untermenschen“ dargestellt wurde.


Der Mexikaner und der „Neger“ konsumieren Cannabis, verfallen dadurch dem Wahnsinn und vergewaltigen weiße Frauen.

William Randolph Hearst

Eines der Argumente lautete, dass der böse Mexikaner diese Droge ins Land bringt. Das Nutzhanf damals eine der am häufigsten angebaute Nutzpflanze war, wurde bewusst nicht erwähnt.

Cannabis – „Konkurrent des Fortschritts“

Der Zweite im Bunde war der amerikanische Chemieriese DuPont. Hierzulande eher unbekannt, aber jeder kennt Produkte von DuPont. Hierzu zählen unter anderem Teflon und Nylon.

Wie es der Zufall wollte entwickelte DuPont zum damaligen Zeitpunkt die bekannte Kunstfaser. Und auch hier ist einer der ärgsten Konkurrenten der Naturrohstoff Hanf. Dieser wurde erst in den USA und später auch in Europa durch verschiedene Kunstfasern von DuPont vom Markt verdrängt. Sie galten als „altmodisch“ und standen nur dem Fortschritt im Weg.

Der traumatisierte Drogenbeauftragte

Der Dritte im Bunde und damit die staatliche treibende Kraft hinter dem Verbot von Cannabis in den USA war Harry J. Anslinger. Er schaffte es als Einzelperson massiv Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung von Cannabis zu nehmen. Und das leider nicht Pro-Hanf.

Nach dem 1920 die die Alkoholprohibiton in den vereinigten Staaten in Kraft trat, mit welcher die negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums in den USA eingedämmt werden sollten, blieb es natürlich nicht aus ein entsprechendes Kontrollgremium zu gründen. Die sogenannte Prohibition Unit, aus welcher sich anschließend das FBN (Federal Buerau of Narcotics), der Vorläufer der heutigen DEA entwickelte.

Erster Vorsitzender des FBN wurde Harry J. Anslinger. Eingesetzt wurde er von einem weiteren bekannten Namen der amerikanischen Geschichte: Andrew Mellon, einem der reichsten Menschen der damaligen Zeit und gleichzeitig damaligem Finanzminister der vereinigten Staaten. Manche Quellen behaupten Anslinger wäre mit Mellons Nichte verheiratet gewesen. Dies würde einiges erklären.

Zurück zu Harry J. Anslinger: Nach seinen eigenen Angaben gab es einen Auslöser für seinen Kampf gegen Drogen. Ein „traumatisches Erlebnis mit einem Apotheker und Morphinisten“ – einem Morphiumabhängigen, in seiner Jugend. Was genau dort passiert ist ist unklar. Jedoch prägte dieser Vorfall Anslinger so immens, dass er auch international Cannabis mit Opium und seinen Derivaten (z.B. Heroin) auf eine Stufe stellte.

Damit war das allgemeine Cannabisverbot komplett. Einer der Auslöser, die Alkoholprohibition war schon lange gescheitert. Förderung des organisierten Verbrechens, Steuerverluste und die Illegalisierung des Konsumenten waren die einzigen Ergebnisse.

Prohibition

Als Prohibition bezeichnet man ein allgemeines, staatliches Verbot. Ziel des ganzen ist der Versuch des Staates die Bürger vor sich selbst zu schützen. Doch die Erfahrung zeigt, dass ein Verbot auf Dauer nichts bewirken kann. Aufklärung, auch allgemein zum Thema Drogen wäre weitaus wirksamer, wird aber immer noch viel zu sehr unterschätzt.

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